Kastration ist Tierschutz

von Administrator

Kastration ist Tierschutz

Im Tierheim Plattling sind bereits seit einigen Wochen die ersten Katzenbabys zur Betreuung. Nicht nur trächtige Mutterkatzen, auch verwaiste Katzenwelpen, mühevoll mit der Flasche großgezogen, müssen mit sehr großem Zeit- und Personalaufwand sowie verbunden mit sehr hohen Kosten betreut werden. Trotz intensiver Aufklärung und trotz konsequent durchgeführter Kastrationsaktionen des Tierschutzvereins sind die Zahlen der ungewollten Katzenkinder leider nicht rückläufig. Mit der unkontrollierten Vermehrung von Katzen geht sehr oft unsägliches Tierleid einher. Katzenwelpen erkranken z.B. an Katzenschnupfen, die ohnehin geschwächten Muttertiere verwenden ihre letzten Reserven auf die Versorgung der Babys und Krankheiten breiten sich in großen Katzenpopulationen explosionsartig aus.

In den Frühsommermonaten spitzt sich die Lage regelmäßig zu. Bis in den Herbst hinein reißt die Flut kleiner Kätzchen nicht ab.

 

Kastration ist unbedingt erforderlich

Die Ursache des Tierleids sind unkastrierte Hauskatzen. Freigängerkatzen zeugen Nachwuchs mit Streunern, diese Streunerkatzen vermehren sich weiter. So entstehen oft äußerst große Katzenpopulationen – die Zahl der Nachkommen einer einzigen Katze steigt innerhalb weniger Jahre in die Tausende. Inzwischen geht man deutschlandweit von einer geschätzten Zahl von zwei Millionen Tieren aus.

 

Als einzig sinnvolle und tiergerechte Methode, um die Population der wild lebenden Katzen einzudämmen, gilt im Bereich des Tierschutzes die Kastration. Dabei reicht es nicht nur aus, die frei lebenden Katzen zu kastrieren – jeder einzelne Tierhalter ist in der Pflicht, seine Freigängerkatze kastrieren zu lassen, um unnötiges Leid zu verhindern.

„Paderborner Modell“

Doch auch seitens der Politik ist Unterstützung in Sicht. Einige Bundesländer (darunter auch Bayern) haben bereits derartige Zuständigkeitsverordnungen auf Basis des Tierschutzgesetzes (§13) erlassen. Somit können die Kommunen selbst Verordnungen zum Schutz der frei lebenden Katzen einführen. Mittlerweile haben sich über 350 Städte und Gemeinden für eine tierfreundliche Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht entschieden.

Als erste deutsche Stadt hat Paderborn bereits 2008 eine entsprechende Verordnung über die Gefahrenabwehrverordnung erlassen. Das „Paderborner Modell“ weist Erfolge auf und vor allem stößt es auf große Zustimmung in der Bevölkerung. Doch politische Mühlen mahlen langsam – daher hofft der Tierschutzverein auch weiterhin auf breite Mitwirkung innerhalb der Bevölkerung.

Spendenkonto „Kastration Freigängerkatzen“

Tierfreunde, die die Arbeit des Tierschutzvereins Deggendorf u.Umgeb.e.V. unterstützen möchten, können für die Kastration frei lebender Katzen spenden (Spendenkonto: Sparkasse Deggendorf-Plattling, BYLADEM1DEG, IBAN: DE61 7415 0000 0380 0160 14, Verwendungszweck: Kastrationsaktion) ) und somit einen wichtigen Beitrag zur Minderung des Katzenleids leisten.

Für die Kastration einer weiblichen Katze fallen etwa 90 Euro an, die Katerkastration kostet rund 70 Euro. Für die Aufzucht, tierärztliche Versorgung und Betreuung eines Katzenwelpen können durchaus bis zu 200 Euro veranschlagt werden.

Wilde Katzen sollen nicht in Tierheime

Ziel des Tierschutzvereins ist es, diese Katzenpopulation einzudämmen. Einzig gangbarer Weg ist die Durchführung von Kastrationen. Es ist nicht im Sinne des Tierschutzes, scheue Katzen einzufangen, sie in ein Tierheim zu bringen und sie zu „zähmen“. Eine frei lebende Katze leidet in Gefangenschaft Höllenqualen. Viele lässt die Panik buchstäblich die Wände hochgehen. Andere geben sich auf, werden krank und siechen dahin.

 

Auch das Füttern frei lebender Katzen ohne diese kastrieren zu lassen ist nicht sinnvoll. Ganz im Gegenteil, durch diese falsch verstandene Tierliebe entsteht sehr oft großes Tierleid. Es gibt Rangkämpfe und natürlich endlose Vermehrung. Die Tiere sind krank und sterben oft unbemerkt einen langsamen, qualvollen Tod.

 

Durchführung von Kastrationsaktionen

In Absprache und auch mit Unterstützung der Anwohner führt der Tierschutzverein gezielte Kastrationsaktionen durch. Die Katzen werden eingefangen, kastriert und innerhalb kürzester Zeit in gewohnter Umgebung wieder frei gelassen. Es werden Futterstellen eingerichtet und täglich mit frischem Futter bestückt. Die Betreuer der Futterstellen bekommen im Laufe der Zeit einen Blick für „ihre“ Schützlinge. Sollte eine Katze augenscheinlich krank sein, wird sie medizinisch versorgt.

Mit Hilfe derart überwachter Katzenbestände ist auch die Zuwanderung weiterer nicht kastrierter Tiere kontrollierbar.

 

„Katzen-Mythen“

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist leider immer noch, dass Katzen einmal im Leben Junge zur Welt bringen müssen, um gesund zu bleiben. Tatsache aber ist: Eine Trächtigkeit bringt weder für die Gesundheit noch für das Verhalten der Katze einen Vorteil.

Katzen können bereits ab etwa vier Monaten geschlechtsreif werden. Eine Kastration zwischen dem 4. und dem 6. Lebensmonat ist daher mittlerweile durchaus üblich. Die Empfehlung, dass eine Katze erst rollig gewesen sein muss oder ein Kater erst zu markieren angefangen haben muss, um eine Kastration durchführen zu können, ist längst überholt und veraltet.

Auch Menschen, die gerne einmal Babys hätten oder das Aufwachsen der Kleinen beobachten möchten, sollten sich ausführlich über Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht informieren und sich dann an den Tierschutzverein wenden. Es gibt bereits genug hochträchtige (Streuner-) Katzen, die ohnehin Babys bekommen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit Tieren würde alle Tierschutzorganisationen immens entlasten.

Den Wunsch, Katzen von klein auf bei sich aufwachsen und als Familienmitglied eingliedern zu können, ist natürlich auch verständlich. Wer ein kleines Kätzchen bei sich aufnehmen möchte, sollte neben allen Vorüberlegungen zur nie endenden Verantwortung in allen Lebenslagen immer das Beste für den Stubentiger im Blick haben. Babykatzen werden bevorzugt paarweise oder zu einem bereits vorhandenen Artgenossen vermittelt.

 

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